Kinderwunsch - Diagnostik

Ursachen und diagnostische Möglichkeiten

Für etwa 15% aller Paare erfüllt sich der Wunsch nach einem Kind nicht auf natürlichem Wege. Die Ursache für die ungewollte Kinderlosigkeit liegt in 45% der Fälle bei der Frau und in 40% der Fälle beim Mann. Zu 15% sind Störfaktoren bei beiden Partnern zu finden.

Bei 25-30% der Paare bleibt die Ursache des unerfüllten Kinderwunsches auch nach eingehender Diagnostik unklar (idiopathische Sterilität). Kinderlosigkeit kann ihre Ursache darin haben, dass entweder keine Eizelle heranreifen kann (Eireifungsstörung) oder bewegliche Samenzellen nicht in ausreichendem Maße gebildet werden. Sind sowohl Eizellen als auch genügend bewegliche Samenzellen vorhanden, können vielerlei Faktoren die Vereinigung von Ei- und Samenzelle verhindern. Hierzu zählen beispielsweise Verklebungen der Eileiter nach Entzündungen oder operativen Eingriffen. Auch ist es möglich, dass die Einnistung des frühen Embryos aufgrund von Erkrankungen der Gebärmutterhöhle verhindert oder erschwert wird.

Diagnostische Möglichkeiten bei der Frau

Um die Ursache des unerfüllten Kinderwunsches bei der Frau zu finden stehen dem Team des FROG zahlreiche moderne diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung. Wenn sich keine Eizellen entwickeln, handelt es sich meist um Störungen im Hormonhaushalt. Wichtige Hormondrüsen stellen vor allem Hypophyse (Hirnanhangdrüse), Schilddrüse, Eierstöcke und Nebennierenrinde dar. Spezielle Hormonanalysen und Ultraschall-Untersuchungen während eines Zyklus lassen Störungen bei der Eizellentwicklung erkennen und behandeln. Die operative Abklärung der Eileiterfunktion ist heute nicht mehr bei jeder Kinderwunschpatientin erforderlich. Durch gründliche Anamnese und Voruntersuchung gelingt es, bei vielen Patientinnen die Eileiterfunktion sehr schonend und ohne operativen Eingriff mit Hilfe neuester Ultraschalltechnik abzuklären. Lediglich bei Patientinnen mit Vorerkrankungen, vorausgegangenen operativen Eingriffen oder Verdacht auf Endometriose ist es sinnvoll mit Hilfe der minimal invasiven Diagnostik, die Funktion der Eileiter und des inneren Genitales zu untersuchen. Erkrankungen der Gebärmutterhöhle (Polypen, Myome, Fehlbildungen) lassen sich ebenfalls durch Ultraschall oder durch die nebenwirkungsarme, ambulant durchführbare Gebärmutterspiegelung diagnostizieren. Durch die umfassende Aufstellung des FROG und die breite Ausbildung des Teams steht im Falle eines notwendigen operativen Eingriffes ein modern ausgestatteter Operations-Saal zur Verfügung. Aufgrund neuester Operationsverfahren und schonender Narkose ist das Team des FROG in der Lage, die meisten operativen Eingriffe ambulant durchzuführen, wodurch ein stationärer Aufenthalt der Patientin vermieden wird.

Diagnostische Möglichkeiten beim Mann

Neben der Untersuchung der Frau muss bei einem unerfüllten Kinderwunsch unbedingt auch eine Diagnostik des Mannes erfolgen. Das Vorhandensein von Samenzellen, ihr Aussehen (Morphologie) und ihre Beweglichkeit (Motilität) werden im Rahmen einer mikroskopischen Untersuchung (Spermiogramm) beurteilt. In dem Labor des BIF werden die Spermiogramme nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstellt. Das Ejakulat kann auch zu Hause gewonnen und in einem sterilen Becher mitgebracht werden, wenn der Anfahrtsweg weniger als 30 Minuten in Anspruch nimmt. Vor der Untersuchung sollte drei bis vier Tage lang kein Samenerguss stattgefunden haben. Sind Auffälligkeiten der Samenzellen zu erkennen, sind weitergehende Untersuchungen der Hoden und eine Hormonanalyse sinnvoll. Aus diesem Grunde arbeitet das Team des FROG sehr eng mit den urologischen Facharztpraxen in Bielefeld zusammen.

Genetische Untersuchung

In besonderen Fällen kann eine Untersuchung der Erbanlagen beider Partner sinnvoll sein. Hier wird das Kinderwunschpaar auf genetische Ursachen der Sterilität (Chromosomenanalyse) untersucht. In Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Gödde wird die genetische Diagnostik durchgeführt.