Diese Website verwendet Cookies.
Wir verwenden diese, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Website weiterhin nutzen. Mehr Infos

Grundzüge der Kinderwunschbehandlung

Betrachten wir die Ursachen und die Therapiemöglichkeiten der ungewollten Kinderlosigkeit, so müssen wir natürlich beide Partner im Auge haben. Beginnen wir an dieser Stelle mit dem Mann, was recht einfach ist. Zur Beurteilung der Zeugungsfähigkeit wird das Sperma untersucht. Beurteilt werden die Anzahl, die Beweglichkeit und die Form der Spermien.

Das Ergebnis betreffend gibt es im Grunde nur eine Konsequenz: bei einem guten Ergebnis sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Bei einem schlechten Ergebnis wird, zumindest bisher, allerdings auch nichts unternommen. Eine Suche nach den Ursachen findet streng genommen kaum statt. Dies liegt vor allem daran, dass kaum gesicherte Möglichkeiten bestehen, die Samenqualität zu verbessern. Allerdings versuchen wir auch hier neue Wege zu gehen.

Die gute Nachricht dabei ist, dass wir, sofern auch nur wenige Spermien vorhanden sind, dem Betroffenen oft durch eine künstliche Befruchtung zu einem Kind verhelfen können. Wie wir bei eingeschränkter männlicher Fertilität vorgehen, kommt später. Ganz ohne Spermien wird die Sache schon etwas schwieriger, aber nicht unbedingt aussichtslos, da es manchmal gelingt, Samenzellen direkt aus dem Hoden zu gewinnen. Bei der Frau ist die Sache schon etwas schwieriger. Prinzipiell lassen sich zwei Bereiche unterscheiden, die für eine weibliche Sterilität verantwortlich sein können. Das sind zum einen Erkrankungen der weiblichen Organe wie die der Gebärmutter, des Eileiters und der Eierstöcke, zum anderen sind es funktionelle Störungen im Bereich der Hormone.

„EINIGE DER MITTLERWEILE WELTWEIT PRAKTIZIERTEN TECHNIKEN KONNTEN WIR DABEI SELBST MITENTWICKELN.“

Wesentliche organische Erkrankungen sind Myome, Polypen, angeborene Anomalien der Gebärmutter, Eileiterverklebungen und die Endometriose, insbesondere die der Eierstöcke. Hierüber erfahren Sie mehr in anderen Artikeln dieses Magazins. In der Regel therapieren wir bei organischen Erkrankungen operativ, genauer gesagt mit hysteroskopischen oder laparoskopischen Verfahren. Sie kennen diese Methoden vermutlich unter dem Namen „Minimal invasive Chirurgie“ oder „Schlüssellochchirurgie“. Hierbei wird das Operationsgebiet mittels einer Optik und Kamera, die ohne oder mit nur sehr  kleinen Schnitten eingeführt werden, auf einem Bildschirm dargestellt. Einige der mittlerweile weltweit praktizierten Techniken haben wir selbst mitentwickelt. Die hormonellen (endokrinen) Gründe einer Sterilität sind vielfältig, da nahezu all unsere endokrinen Drüsen wie z.B. Schilddrüse, Nebenniere und Eierstöcke dabei eine Rolle spielen können. Die mit Abstand am häufigsten vorkommende Störung ist dabei, neben der Störung der Schilddrüse, das PCO-Syndrom. Wir wissen immer noch nicht alles über die Ursachen dieser Störung im Bereich der Eierstöcke, die dazu führt, dass ein Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Hormonen im Körper der Frau entsteht, welches massive Auswirkungen haben kann. Die Folge können das völlige Ausbleiben der Periode, eine starke Gewichtszunahme, Haarwuchs an den falschen Stellen, eine störende Akne und eben die Sterilität sein. Alle endokrinen Störungen führen in letzter Konsequenz dazu, dass die Heranreifung einer gesunden Eizelle unterbleibt. Alle therapeutischen Bemühungen wollen aber genau diesen Vorgang wiederherstellen. Wichtig ist an dieser Stelle zu wissen, dass nur dann, wenn eine gute Eizelle heranreift, sich auch eine gute Gebärmutterschleimhaut und damit eine gute Gelbkörperphase, die Einnistungsphase, ausbildet. Wir können uns diese Tatsache aber zunutze machen: statt wiederholt Blut zu entnehmen, können wir mittels eines guten Ultraschallgeräts quasi in real time diese endokrinologischen Vorgänge anschauen. Mögliche Eizellen, heranwachsende Eibläschen, reife Eibläschen, wachsende Schleimhaut und reife, zur Einnistung bereite Schleimhaut kann man sehen und dementsprechend seine therapeutischen Maßnahmen steuern. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache macht es also keinen Sinn, eine Behandlung an dieser Stelle zu beginnen, indem man künstlich eine anscheinend schlechte Schleimhaut oder eine Gelbkörperschwäche korrigiert. Denn diese sind eben nur deshalb schlecht, weil keine gute, befruchtungsfähige Eizelle vorhanden ist.

„UNSER DR. BABAN, WOHL EINER DER ERFAHRENSTEN REPRODUKTIONSBIOLOGEN DEUTSCHLANDS, IST IN DIESER METHODE KAUM ZU ÜBERTREFFEN.“

Das wichtigste Hormon, welches eine gesunde Eireifung bewirkt, ist das FSH, das Follikel (Eibläschen) stimulierende Hormon aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Es ist damit auch das wichtigste Hormon für unsere Therapie. Sollte die Entscheidung für eine Stimulation der Eierstöcke getroffen sein, so läuft diese fast immer über dieses Hormon, auch bei der künstlichen Befruchtung. Wir Menschen verfügen über eine bestimmte Konzentration an FSH, die dazu führt, dass von mehreren hundert unreifen Eizellen, die sich bei jedem Zyklus auf den Weg machen, nur eine, selten mal zwei (ergibt dann Zwillinge), zur reifen Eizelle heranreifen, der Rest geht verloren. Geben wir kleinste Mengen von diesem Hormon dazu, so kann man diesen Pool aus unreifen Eizellen besser nutzen und mehrere reife Eizellen gewinnen. Schön ist, dass man FSH in naturidentischer Form kaufen kann! Bei der künstlichen Befruchtung sind wir bestrebt ca. 10 reife Eizellen unter Zuhilfenahme dieses FSH zu gewinnen, welches parallel zum natürlichen Zyklus gegeben wird. Da unser Körper dazu neigen würde, den Eisprung auf Grund der daraus resultierenden höheren Menge an weiblichen Sexualhormonen frühzeitig auszulösen, müssen wir mit einem anderen Hormon diesen zunächst unterdrücken, um ihn dann, wenn die Eizellen reif sind, wiederum auszulösen. Das war schon alles. Die Eizellen werden durch die Scheide in einer Kurznarkose abgesaugt. Jetzt müssen sie mit dem Samen des Partners befruchtet werden. Und hierin liegt der große Unterschied der beiden möglichen Verfahren der künstlichen Befruchtung. Bei guten Spermien und einer ausreichenden Anzahl von Eizellen werden Eizellen und Samenzellen lediglich zusammen in ein Kulturmedium gegeben. Die Befruchtung, also das Eindringen des Spermiums in die Eizelle, sollte dann auf natürlichem Wege stattfinden, eben nur außerhalb des Körpers. Daher auch der Name IVF, was „in vitro Fertilisation“ (im Glas befruchten) bedeutet. Im besten Fall werden auf diese Weise gut die Hälfte (50-60%) der vorhandenen Eizellen befruchtet. Bei ungünstigem Spermiogramm klappt diese Methode leider kaum bis gar nicht. Dann ist es notwendig, das Spermium direkt in die Eizelle hinein zu geben. Hierfür wird es mit einer sehr feinen Pipette quasi gefangen und dann direkt durch die Eizellhülle in des Eiweiß der Eizelle injiziert. Daher heißt diese Methode ICSI, „Intra Cytoplasmatische Sperma Injektion“, auf gut deutsch: Intra = hinein; Cytoplama = Eiweiß; Sperma = Sperma; Injektion = Spritzen. Wenn alles gut verläuft, werden auf diese Weise 70-90% der vorhandenen Eizellen befruchtet. Mit ein bisschen Glück entwickeln sich innerhalb der nächsten 24 Stunden bei beiden Methoden aus den befruchteten Eizellen sogenannte Vorkernstadien (Pronuklei). Dabei handelt es sich nach deutschem Recht noch nicht um Embryonen. Sollte es sich ergeben, dass man eine größere Anzahl dieser Vorkernstadien erhalten hat, kann ein Teil davon der künftigen Mutter gleich zurückgegeben werden, ein anderer Teil kann sehr gut für einen weiteren Versuch eingefroren werden. Unser Dr. Baban, wohl einer der erfahrensten Reproduktionsbiologen Deutschlands, ist in dieser Methode kaum zu übertreffen. Die Rückgabe findet statt, wenn sich der Embryo ausgebildet hat. Heute warten wir meistens die ersten Tage der Entwicklung ab, um zu sehen, ob der Embryo überhaupt überlebensfähig ist. Das Einsetzen in die Gebärmutter ist in der Regel völlig unproblematisch und schmerzlos, da dabei lediglich ein sehr feiner Katheter über die Scheide direkt in die Gebärmutterhöhle eingeführt wird. Alles in allem ist die Therapie der ungewollten Sterilität ein Erfolgsmodell geworden, können wir doch ca. 80 – 85% unserer Paare zu einem Kind verhelfen. Manchmal müssen wir dabei sehr intensiv mit den Paaren zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen und tief in die Trickkiste unseres Faches greifen. Aber egal was wir auch unternehmen um Erfolg zu haben, keine dieser therapeutischen Maßnahmen führt zu einer dauerhaften Gefährdung oder zu einem Schaden unserer Patientinnen. Das Scheitern all unserer Bemühungen ist sicherlich möglich, die psychische Belastung kann dadurch auch sehr hoch sein. Externe Hilfe kann dabei ein Segen sein. Wir, Stefanie und Joachim Volz, Kristin Christ, Nabaz Baban und Denis Abke lernen die Paare und diese uns sehr gut kennen. Wir beachten und kennen zusammen jedes Detail des für uns alle so mühsamen Weges. Damit steigen unsere Chancen enorm und jedes Scheitern wird erträglicher.